Samson ehemals Rekin

Liebe Frau Sierocki,

 

vor sechs Jahren haben wir auf Ihrer Internetseite einen Hund entdeckt, dessen Augen unser Herz berührt haben.

Wenige Wochen später zog Ihr Rekin ein und wurde zu unserem Samson.

 

Da „Rekin“ Haifisch bedeutet, entschied unsere damals zwölfjährige Tochter, dies sei kein guter Name für einen Familienhund. Samson, wie der Bär aus der Sesamstraße wäre besser, da dieser Bär an jedem Menschen etwas findet, dass er lieben kann. Wir sagten ihr, dass Rekin einige Zeit auf der Straße und dann über drei Jahre in einem polnischen Tierheim gelebt hat; dies könnte ihm einen anderen Blick auf Menschen gelehrt haben. Sie lächelte und sagte:“Das ist doch unser Geschenk an ihn“.  So fing unsere gemeinsame Zeit an. Samson war gut Freund mit meiner herzkranken alten Mutter, unserer sehr, sehr aufgeweckten Tochter, jedem Besuchskind und allen Hündinnen in seinem Revier. Er war ein großer Jäger, der uns so manches Mal ausgebüxt ist. Er lebte bei uns sehr harmonisch mit ein oder zwei Hündinnen zusammen und genoss sichtlich sein Leben als Pascha, auch wenn ihm seine Mädels manchmal nur wenig Platz auf der Couch ließen. Wir waren mit ihm in der Hundeschule und auf den Hundeplatz, es stellte sich schnell heraus, dass er sehr klug war. Er fing keinen Streit an, ging ihm aber auch nicht aus dem Weg, Samson beendete in der Regel die Rangeleien und Kämpfe der anderen Hunde. Für seine Souveränität war er bei unserem Hundetrainer überaus geschätzt und er hatte ihn gerne als „Co-Hundetrainer“ bei  Ausflügen und Fährtensuchen dabei.

 

Letztes Jahr starb dann unsere Hündin und wir wollten den nun schon deutlich ruhigeren Samson nicht alleine leben lassen, waren aber etwas ratlos, welcher Hund zu unserem Senior passen könnte. Unsere Tierärztin schätzte ihn mittlerweile auf 16 und er hatte ein paar Wehwehchen. Wir fanden in einem Hundehospiz eine passende Gefährtin, die an seiner Seite aufgeblüht ist. Und die beiden verbrachten manchen gemütlichen Abend aneinander gekuschelt vor dem Kamin.

 

Letzten Montag ist Samson gestorben, er hatte keine Schmerzen, er war nicht krank, nur alt. Die Demenz ließ ihn ängstlich und unsicher werden, die Augen und Ohren wollten schon lange nicht mehr so recht und seine täglichen Runden waren sehr klein. Und so haben wir ihn vor seinem geliebten Kamin in den Armen meines Mannes erlöst.

 

Wir sind einerseits tief traurig ihn verloren zu haben und andererseits froh, dass seine die letzten Wochen bestimmende Orientierungslosigkeit und Angst nun ein Ende hat. Er liegt bei uns im Garten begraben, nahe bei seiner Familie.

 

Bitte entschuldigen Sie, dass meine Nachricht so lange geworden ist.

Eigentlich wollte ich mich, auch im Namen meiner Familie, besonders meiner Mutter, dafür bedanken, dass wir Samson bekommen haben. Für uns hätte es keinen besseren Hund geben können. Danke, dass Sie uns für ihn ausgewählt haben.

 

Alles Liebe für Sie. Viel Grüße

Natascha Dengler mit Carsten, Franzi, Mutter Erika und Samson im Herzen

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